Abensberg.de Aktuelles Ein originales Osterrieder Werk

Ein originales Osterrieder Werk

Verfasser Veröffentlicht von Madleen Böhm
Datum der Veröffentlichung 23.01.2026
Ein originales Osterrieder Werk
Krippenverein zu Gast beim Restaurator

Ende letzten Jahres hatte der Krippen- und Kapellenverein St. Ägidius bei einer Auktion in Würzburg eine Weihnachtskrippe von Sebastian Osterrieder ersteigern können. Nach einigen Wochen der „Herbergssuche“ hat sie nun Wohnung in der Werkstatt von Kirchenrestaurator und Vergoldermeister Dietmar Feldmann in der Ulrichstraße gefunden. Um das kostbare Kunstwerk näher in Augenschein zu nehmen, hatte Feldmann die Mitglieder des Krippenvereins in sein Haus eingeladen.

Gut 20 interessierte Krippenfreunde, unter ihnen die fast komplette Vorstandschaft sowie Bürgermeister Bernhard Resch, ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Vorsitzender Martin Neumeyer erläuterte kurz die Vorgänge beim Erwerb der Krippe, die mit der „Kaiserkrippe“ nahezu baugleich ist, und dankte Bürgermeister Resch und der Stadt Abensberg für die finanzielle Unterstützung sowie Dietmar Feldmann für das Angebot einer sicheren Unterstellmöglichkeit. Bürgermeister Bernhard Resch lobte das Engagement und die Aktivitäten der Mitglieder des Krippenvereins, die damit Abensberg ehrenamtlich künstlerisch bereichern und überregional als Krippenstadt bekanntmachen.

Und dann wurde es spannend. In einem rund einstündigen Vortrag entführte Dietmar Feldmann die Zuhörer in die Arbeitswelt von Sebastian Osterrieder. So erfuhren die interessierten Krippenbauer, dass Osterrieder für die Herstellung seiner Krippenfiguren einfache Materialien verwendete, die es schon seit vielen Jahrhunderten gegeben hatte, eines gar war schon vor 5000 Jahren bei den Ägyptern in Gebrauch. Wenn Osterrieder seine Figuren auch in Serie fertigte, so seien sie doch alle Unikate. Denn durch den unterschiedlichen Faltenwurf der Gewänder, ihre Bemalung und durch die verschiedenen Möglichkeiten in der Anbringung der Gliedmaßen gleiche keine Figur der anderen.

Wie Feldmann versicherte, handle es sich bei der erworbenen Krippe um ein originales Osterrieder Werk. Mittlerweile gebe es auf dem Markt Kopien, mit denen arglosen Interessenten Fälschungen zu hohen Preisen angeboten werden. Nach diesen überaus informativen Ausführungen und zahlreichen Fragen und Beiträgen aus den Reihen der Krippenbauer ließ man den Abend bei einem gemeinsamen Essen in angeregter Runde ausklingen.

Text und Foto: Peter Hübl