Abensberg möchte fahrradfreundlicher werden
Die Stadt Abensberg tritt kräftig in die Pedale: Mit dem Antrag auf Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V. (AGFK Bayern) setzt die Kommune ein klares Zeichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität. Das Netzwerk, das seit 2012 besteht und inzwischen 143 bayerische Städte, Gemeinden und Landkreise vereint, verfolgt ein ambitioniertes Ziel: den Radverkehr systematisch zu stärken und im Alltag fest zu verankern.
Der Weg zur Mitgliedschaft ist anspruchsvoll. Kommunen müssen in den Bereichen Infrastruktur, Information, Kommunikation und Service umfassende Standards erfüllen. Der Einstieg erfolgt über ein zweistufiges Verfahren – den Auftakt bildet die sogenannte Vorbereisung, bei der eine unabhängige Kommission den Status quo vor Ort genau unter die Lupe nimmt.
Am Mittwoch, den 29. April, stellte sich Abensberg dieser ersten wichtigen Etappe. Die Bewertungskommission, bestehend aus Christian Deuerling von der Landesbaudirektion (Referat Radverkehr), Holger Schmidt von der AGFK-Geschäftsstelle und Johannes Ziegler vom Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Bayern (ADFC), verschaffte sich vor Ort ein umfassendes Bild.
Im Rahmen einer gemeinsamen Rad-Exkursion durch das Stadtgebiet wurde die bestehende Infrastruktur praxisnah geprüft. Engstellen, Radwegeführungen und Verkehrssituationen wurden direkt vor Ort diskutiert – ein Austausch auf Augenhöhe zwischen Fachleuten und lokalen Akteuren. Mit dabei waren unter anderem Carolin Wohlgemuth, Initiatorin der Bewerbung und Leiterin für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tourismus, sowie Florian Bräu, Leiter des Ordnungsamts. Auch Stadt- und Kreisrat Richard Zieglmeier, ein langjähriger Verfechter des Radverkehrs, begleitete die Tour. Politisch vertreten war die Stadt zudem durch den zweiten Bürgermeister Heinz Kroiss und die dritte Bürgermeisterin Marion Huber-Schallner.
Ergänzt wurde die Runde durch Fachleute und engagierte Partner: Tobias Blaha von der Polizeiinspektion Kelheim, Florian Best vom Tourismusverband Landkreis Kelheim, Mitglieder der Arbeitsgruppe Mobilität sowie Karl Necker vom ADFC Ingolstadt brachten ihre Perspektiven ein.
Am Nachmittag folgte die analytische Vertiefung: Anhand des umfangreichen Kriterienkatalogs der AGFK Bayern wurde der Stand der Fahrradförderung detailliert präsentiert und bewertet. Zum Abschluss erhielt die Stadt konkrete Handlungsempfehlungen – ein Fahrplan für die kommenden Jahre.
Mit der vorläufigen Aufnahme in die AGFK Bayern ist der erste Meilenstein erreicht. Nun hat Abensberg vier Jahre Zeit, die empfohlenen Maßnahmen umzusetzen. Gelingt dies, winkt im zweiten Schritt die offizielle Auszeichnung als „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“, verliehen durch das Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr – ein Prädikat, das nicht nur für Qualität steht, sondern auch für gelebte Mobilitätswende vor Ort.