Museen bieten sich den Schulen an

Museen bieten sich den Schulen an

Auftaktveranstaltung für "MUSbi" im Aventinum.


Rund 100 Lehrkräfte und Museumsmitarbeiter hatten sich im Kulturzentrum der Stadt Abensberg eingefunden, um beim Startschuss der Web-App MUSbi für den Bezirk Niederbayern und der Oberpfalz dabei zu sein. Die vom Bezirk Oberfranken entwickelte Internet-Plattform bildet die Schnittstelle zwischen museumspädagogischen Angeboten und schulischen Lehrinhalten – neben Ober- und Unterfranken, nun auch in Niederbayern und der Oberpfalz.

Mit dabei waren Abensbergs 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, Dr. Maximilian Seefelder, niederbayerischer Bezirksheimatpfleger, Barbara Christoph, Leiterin der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken, Dr. Tobias Appl, oberpfälzerischer Heimatpfleger, und Dr. Josef Kirmeier, Leiter des Museumspädagogischen Zentrums. Er moderierte die Veranstaltung und das „Dialogforum“, bei dem die Gäste aus Schulen und Museen Fragen stellen bzw. ihre Ideen präsentieren konnten. Zuvor gab Kabarettist Hannes Ringlstetter Anekdoten aus seiner Zeit als Führungsdienstleiter der Bayerischen Landesausstellung zum Besten und Barbara Christoph stellte die Web-App MUSbi vor. MUSbi steht für Museum bildet.

Nutzung ist kostenlos
Den Weg zum niederbayerischen Beitrag von MUSbi hatten bereits im Vorfeld die beiden Bezirkstagspräsidenten Dr. Olaf Heinrich und Henry Schramm (Bezirk Oberfranken) mit ihrer Unterschrift einer Kooperationsvereinbarung geebnet: Der Bezirk Oberfranken stellt die Online-Plattform samt Support zur Verfügung, der Bezirk Niederbayern trägt die Kosten der MUSbi-Datenbank. Die Nutzung der Plattform ist kostenlos, ebenso die Fortbildungen zur Web-App für die beteiligten Museen, um pädagogische Programme für Schulen einzutragen und zu optimieren. Bereits jetzt sind 63 Museen aus Ober- und Unterfranken beteiligt. Die niederbayerischen Museen sollen nach und nach folgen.

Veronika Leikauf, Leiterin des Stadtmuseums Abensberg, die beiden Lehrkräfte Michaela Mallmann und Sonja Then bilden das Team des Museumsschulungszentrums Niederbayern in Abensberg, das gemeinsam mit der Museumsfachberaterin des Bezirks Niederbayern, Cindy Drexl, dafür sorgen, dass die Verbindung zwischen Schulen und Museen nicht nur virtuell ist. Zum Auftrag des Teams gehört auch, eine konstant hohe Qualität der museumspädagogischen Angebote zu sichern bzw. zu zertifizieren und die Museen miteinander in Austausch zu bringen.

Bereits im November vergangenen Jahres hatten Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und Abensbergs 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Grundlage für das Museumsschulungszentrum Niederbayern in Abensberg schuf. Neben dem Aufbau von MUSbi Niederbayern haben sich die beteiligten Partner der Entwicklung, dem Auf- und Ausbau von Fortbildungsangeboten und Workshops für die niederbayerischen Museen im Bezirksgebiet zur Aufgabe gemacht. Mit der Auftaktveranstaltung wurde nun der Startschuss für MUSbi Niederbayern gegeben. Ziel ist es, die museumspädagogischen Angebote der Museen auf der Plattform sichtbar zu machen und mit den Anforderungen der Schulen mit dem Bildungsort „Museum“ zu verknüpfen.

Welches Museum hat was zum Schul-Thema?
MUSbi geht nun einen konsequenten Schritt weiter: Über die Web-App können sich Lehrkräfte gezielt und detailliert darüber informieren, welches Museum das passende Angebot zum aktuellen bzw. geplanten Unterrichtsstoff hat. Dabei profitieren alle Beteiligten: Museen erreichen ein junges Publikum – Lehrkräfte können Unterrichtsstoff erleb- und begreifbar gestalten und somit einen dauerhaften Lerneffekt bei ihren Schülern erzielen. Auf diese Art wird das Museum zur Erweiterung des Klassenzimmers.

Abstimmung mit den Lehrplänen
„Sämtliche Programme auf der Plattform werden überprüft: Administratoren stellen sicher, dass pädagogische Methoden und Materialien, Inhalte und Themen eng mit den bayerischen Lehrplänen abgestimmt sind“, so Bezirksheimatpfleger Dr. Seefelder. Neben der Web-App und dem Team des Museumsschulungszentrums Niederbayern steht auch die Beratungs- und Koordinierungsstelle beim Kulturreferat des Bezirks Niederbayern als Ansprechpartner bereit. Museumsfachberaterin Drexl: „Nutzen Sie die Möglichkeiten und kommen Sie auf uns zu.“
 

Im Bild oben v. l. n. r.: Veronika Leikauf, Dr. Tobias Appl, Hannes Ringlstetter, Cindy Drexl, Dr. Maximilian Seefelder, Michaela Mallmann, Dr. Tobias Hammerl, Sonja Then, Dr. Josef Kirmeier. In der Galerie Bilder von der Auftaktveranstaltung im Aventinum.

(Text: Sabine Bäter, Bezirk Niederbayern. Fotos: Ingo Knott, Stadt Abensberg.)


INFO Der Bezirk Niederbayern:
Mit den anderen sechs bayerischen Bezirken bildet der Bezirk Niederbayern die dritte kommunale Ebene. Das Bezirksgebiet umfasst neun Landkreise, drei kreisfreie Städte und eine Große Kreisstadt. Die Kernaufgaben umfassen die Bereiche Soziales, Gesundheit, Kultur- und Heimatpflege, Bildung und Jugend sowie die Fachberatung für Fischerei. Als überörtlicher Träger der Sozialhilfe unterstützt der Bezirk Pflegebedürftige, Senioren und Kranke sowie Menschen mit Behinderungen, die auf Hilfeleistungen angewiesen sind. Mit dem Bezirksklinikum Mainkofen sowie den Bezirkskrankenhäusern Landshut, Straubing und Passau sichert der Bezirk die psychiatrische Versorgung Niederbayerns. Der Bezirk Niederbayern ist auch ein wichtiger Arbeitgeber in der Region: Insgesamt sind für den Bezirk und seine Einrichtungen rund 2.900 Mitarbeiter tätig. Dazu gehören neben den Bezirkskrankenhäusern auch schulische Einrichtungen wie das Institut für Hören und Sprache in Straubing sowie das Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn.

 



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Veröffentlicht von Ingo Knott, 29.01.2020
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