Bewegung macht FreuNde

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Sport nach Eins - von Schülern, für Schüler.

 

Es ist kein Geheimnis, dass Schülerinnen und Schüler im Schulalltag und häufig auch in der Freizeit zu viel sitzen und sich zu wenig bewegen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und zum Teil ganz unterschiedlich. Um dem entgegenzuwirken, hat die Aventinus Mittelschule und die Staatliche Wirtschaftsschule Abensberg ein Projekt wieder aufleben lassen, welches gesundheitliche, sportliche und persönlichkeitsbildende Aspekte wie Verantwortlichkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist in den Mittelpunkt stellt: „Mentor Sport nach 1“ ermöglicht ausgewählten Schülerinnen und Schülern aus der 9. und 10 Jahrgangsstufe, in der Mittagspause zusammen mit jüngeren Kindern angeleiteten und selbstorganisierten Sport zu treiben.

Der "Mentor Sport nach 1"
Daher wurden 20 engagierte Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schuljahres ernannt. Im Rahmen eines feierlichen Akts in der Sportturnhalle der Schule erhielten sie vom 1. Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzenden Dr. Uwe Brandl, von Rektor Wolfgang Brey und der Mentoren-Betreuerin Regina Beckstein ihre T-Shirts überreicht. Bürgermeister und Rektor strichen dabei die Wichtigkeit des Projekts heraus, denn „das soziale Engagement der Schüler ist vorbildlich und wichtig“. Sie dankten den Schülerinnen und Schülern ganz herzlich für ihren Einsatz und betonten, wie elementar es für die Entwicklung einer Schule sei, dass sich die Schülerinnen und Schüler aktiv daran beteiligen. „Mentor Sport nach 1“ sei nicht nur für das Schulleben eine wertvolle Bereicherung, sondern es diene auch zur Stärkung des Bildungs- und Erziehungsauftrages an bayerischen Schulen und kommt den Schülern zugute.

Die Mentoren sind Aufsicht und Vorbild
Im Vorfeld wurden durch die Mentoren-Betreuerin Beckstein, Sportfachberaterin des Landkreises und im Schulzentrum Sportlehrerin für die 9. und 10. Klassen, schulrechtliche und versicherungsrechtliche Aspekte geklärt, um den Mentoren noch wichtiges Handwerkszeug mit auf den Weg zu geben. Seitdem sind die Schüler befugt, als Mentor für ihre Mitschüler Verantwortung zu übernehmen und am Nachmittag freies und selbstorganisiertes Sporttreiben anzubieten. Dabei fungieren sie als Aufsicht, Vorbild und Ansprechpartner, falls Probleme auftreten sollten.
Die ausgewählten Leute tragen damit einen wertvollen Teil zu einem sinnvollen Nachmittagsangebot der Schule bei und zeigen durch ihr Engagement, dass sie ihre Schule noch attraktiver machen wollen.

Einfach am Schwarzen Brett eintragen
Somit kann der Bewegungsdrang vor allem in den Ganztagesklassen gestillt werden und die Schüler rücken sozial noch ein weniger näher zusammen. „Außerdem hören die Kinder besser auf ihre älteren Mitschüler als auf die Lehrer“, lachen Beckstein und Brey. Angefangen als Eintags-Angebot jeden Dienstag, ist nun auch der Mittwoch dazu gekommen. Am Schwarzen Brett der beiden Schulen wird ein Zettel aufgehängt und dann können sich die eintragen, die dabei sind – und los geht’s.

Spielen und sich austoben
Vor allem die Kinder, die das Ganztagsangebot der Schule wahrnehmen, sind beim „Sport nach 1“ dabei: „Da wollen einige spielen und sich austoben“, so Rektor Brey. Und die Großen, das ist ihm eine besondere Freude, die sind freiwillig dabei – und das in ihrer Freizeit. „Sie machen sehr gerne mit und engagieren sich super“, sagt auch Frau Beckstein voller Freude. Beide sehen, dass sich mit der Aufgabe auch die Sprache verbessert, dass ein Gefühl entsteht, Verantwortung zu tragen. Ein Gewinn – für alle Seiten.

Dazu einige Mentoren-Stimmen und -Portraits:

Der 17-jährige Nils aus Ihrlerstein ist seit Oktober 2018, also seit Start der Aktion, dabei. Er ist in der 10. Klasse der der Staatlichen Wirtschaftsschule Abensberg und „sehr gerne dienstags als Mentor dabei“, sagt er, und fügt an: „Da habe ich ja Zeit.“ Nicht zu vergessen: „Ich mache selbst gerne Sport, und das hier macht Spaß.“ Nils hat eine Karriere bei der Bundeswehr im Visier, aktiv ist er im Fischereiverein und im Kanuclub, auch Billard mag er gern. Um seine Mentoren-Sportstunden hat sich ein kleiner Kult entwickelt, weil er Kasernenhof-Drill mit Spaß vermischt.
Die 14-jährige Anujin aus Neustadt an der Donau hat bereits vier Mentorenstunden hinter sich und ist überrascht, „wie viel Power unsere Kleinen am Nachmittag haben“. Für sie ist die Mentorentätigkeit „eine halbe Stunde, die ich nicht besser investieren könnte: Es macht den Kleinen Spaß und mir auch.“ Anujin ist in Abensberg in der M9, betreibt Fitness in der Freizeit und will Erzieherin werden. Süß: „Auch die Jungs siezen uns“, grinst sie.
Der 17-jährige Nico aus Bad Abbach hat nun fünf Mentoren-Stunden hinter sich und ist ebenfalls ganz begeistert vom Umgang miteinander: „Die Schüler hören auf uns und machen richtig gut mit“. Nico macht Kraftsportraining in seiner Freizeit und will eine Laufbahn bei der Polizei einschlagen; derzeit ist er an der 10. Klasse der Staatlichen Wirtschaftsschule Abensberg. „Das macht hier mittags richtig Spaß“, sagt er. Auch für Brey ist der sehr gute Umgang der Kinder und Jugendlichen miteinander stets ein oberstes Ziel. „Sie haben Respekt voreinander“, sagt er dankbar.
Die 15-jährige Emily aus Abensberg ist neu im Mentoren-Team, beim Besuch der Redaktion erstmals mit einer bereits als Mentorin tätigen Freundin dabei: „Bisher ging’s nicht wegen meines Stundenplans“, sagt sie – deshalb macht sie jetzt mittwochs mit, der Tag ist aktuell neu dazugekommen. Als künftige Erzieherin sammelt sie hier schon mal praktische Erfahrungen; sportlich ist sie ohnehin, sie turnt (beim TSV) und schwimmt (bei der DLRG) und hat nun noch die Mentorenstelle. „Da wollte ich unbedingt einsteigen“, sagt sie.

Abschließend nochmals Wolfgang Brey, Schulleiter: „Wir haben super Schüler. Ich bin sehr froh, dass das so super läuft!“

 



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Veröffentlicht von Ingo Knott, 28.01.2019
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