40 Jahre, 400 Kinder

40 Jahre, 400 Kinder

Stadt Abensberg dankt Elisabeth Dietz.

 

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde hat Abensbergs 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl der Kinderpflegerin Elisabeth Dietz für ihre 40-jährige Dienstzeit gedankt. In 40 Jahren kommt einiges zusammen - und viele, viele Kinder waren unter  ihrer Obhut - in diesen vier Jahrzehnten hat sie 40 Gruppen betreut, was bei zehn Kindern pro Gruppe insgesamt 400 Kinder ausmacht. Angefangen hat Frau Dietz in der Römerstraße, dem "Lummerland", damals noch ein Altbau, unter der Gruppenleitung von Hildegard Harant; die Kindergartenleitung hatte damals wie heute Annemarie Papperger. Im ältesten Kindergarten von Niederbayern waren die Ordensschwestern noch nicht lange ausgezogen, im Eingangsbereich erinnerte das Schild "Kinderbewahranstalt" an die Gründung.

Die Anfänge waren - unter pädagogischen Gesichtspunkten - schwierig: "Die ersten Jahre waren wir unsere eigenen Putzfrauen", lacht sie.  "Donnerstags war zum Beispiel Turnhallen-Putztag. Zwei Kinderpflegerinnen hatten 30 Kinder unter sich - und viel zu putzen." Das ging nicht lange, und gut schon gar nicht: "Wir gingen auf die Barrikaden, dann hat die Stadt Putzfrauen eingestellt. Und schon wurde es viel schöner, wir konnten endlich an den Kindern dranbleiben!"

Gründungsmitglied im "Regenbogenland"
Die Stadt wuchs an, ein neuer Kindergarten war notwendig - und Frau Dietz wurde Gründungsmitglied des neuen Kindergartens "Regenbogenland" im Erikaweg, wo sie bis heute arbeitet. "Hier konnte ich mich kreativ austoben", sagt sie. "Wir waren zu Beginn neun Frauen, Gabi Waltl damals schon unsere Leiterin, und wir haben bis heute kreative Explosionen." Den Kindern spielerisch etwas beibringen ist wichtig - "Wir haben den Hundertwasser-Turm nachgebaut und mit Herrn Salleck eingeweiht, wir haben einen Triceratops-Saurier gebastelt, ein Dschungel-Zimmer, Bauernhöfe und, und, und." Wirkliche Highlights gibt es für sie so viele, dass eine Aufzählung kaum möglich ist. Die letzten drei Jahre hat sie es etwas ruhiger angehen lassen und ist in die Mittagsbetreuung gewechselt. "Wir haben ja daheim noch den Käsehandel."

Gatte und Gillamoos im Doppelpack
Überhaupt, der Käsehandel - ihr Mann, der Reinhold "Hole" Dietz, der hat sie recht schnell für den Gillamoos eingeplant. "Das war 1973, kurz darauf wurden wir Faschings-Prinzenpaar und 1974 haben wir geheiratet." Da war sie gerade 18 Jahre alt; seither ist sie jedes Jahr mit dabei auf dem Gillamoos, ihr Gatte selbst heuer zum 50. Mal. Sie haben zwei Töchter und zwei Enkelkinder. Und auch da sieht sie, wie wertvoll eine gute Kinderbetreuung ist: "Das sind doch die großen Ausnahmen, dass ein Mann heute genug verdient, und die Frau kann daheim bleiben. Ich kenne das aus Berlin, wo die Kindertagesstätten von Halbsieben am Morgen bis 18 Uhr geöffnet sind. Ich war zuerst skeptisch: oft noch so klein und schon weg von der Mama! Heute sehe ich das positiv."

Immer gern gearbeitet
Eigene Erfahrungen bestätigen das: "Wir erleben oft genug, dass unsere Kinder gar nicht heim wollen", lacht sie. Die Anfangszeit wird ja ohnehin sehr sanft vollzogen, heute. Da gibt es Schnuppertage, sie lernen langsam die Räume kennen, die anderen Kinder, und bald fühlen sie sich wohl. Sie selbst ebenfalls: "Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht gerne gearbeitet hätte. Wir haben ein super Verhältnis miteinander, wir verstehen uns mit den Eltern, wir machen wirklich viel."

Rente in Sicht - Hund schon da
Jetzt ist bei ihr langsam die Rente in Sicht, zumindest die tägliche Arbeit mit den Kindern. "Mein Mann und ich haben uns einen Hund angeschafft, ein Weiberl, eine Labrador-Retriever-Mischung: "Eine ganz liebe", freut sie sich. "Und sonst haben wir unseren Handel, und außerdem haben wir uns zwei E-Bikes angeschafft." Und, wie ist das? Frau Dietz: "Würde ich nie mehr hergeben!" Ihre kämpferische Seite zeigt sich beim Sportkegeln; sie ist beim FSV Sandharlanden, in der Mannschaft Damen 1 dabei. Alles Gute, Frau Dietz! Wir sehen uns am Gillamoos! Oder beim Theaterspielen am Bahnhof, wo sie mittlerweile im dritten Jahr dabei ist und alsbald bei den „Lustigen Weibern von Windsor“ mitmischt. Passt ja auch, irgendwie.

 

Im Foto oben 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl und Elisabeth Dietz (Foto: Natascha Kästner). In der Galerie private Aufnahmen aus der 40-jährigen Berufszeit von Frau Dietz, die in der Römerstraße angefangen hat und dann ins neu erbaute Regenbogenland wechselte. So wird auch ein Teil der Entwicklung der Abensberger Kinderbetreuung sichtbar.



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Veröffentlicht von Ingo Knott, 23.05.2019
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