Tschechien: Mehr Praxis in die Bildung

Tschechien: Mehr Praxis in die Bildung

Tschechien: Mehr Praxis in die Bildung

Bayerns Staatssekretär Bernd Silber informierte sich über die Vernetzung zwischen Ostbayern und Westböhmen.

PILSEN. „Bayern und Westböhmen haben Potenzial für noch engere Zusammenarbeit.“ So zog der bayerische Bildungsstaatssekretär Bernd Sibler über seinem Besuch im Regionalbüro Pilsen von IHK Regensburg und AHK Tschechien Bilanz. Richard Brunner von der IHK Regensburg veranschaulichte dem Bildungspolitiker den Stand der Vernetzung beider Nachbarregionen in Wirtschaft, Bildung und Forschung. „Die Kooperationen von Hochschule, Wirtschaft und Kultur sollten wir jetzt institutionalisieren“, zeigte sich Sibler motiviert.

Beim Technologietransfer mit der westböhmischen Universität sehen Wirtschaftsvertreter und Staatssekretär besonders gute Chancen. „Die westböhmische Universität sucht den Kontakt zu den Unternehmen in der Region. Sie bietet bestens ausgestattete Labors und den Zugang zur F&E-Förderung“, so Richard Brunner. Die IHK habe eine Kooperation mit der Pilsener Uni vereinbart. Von gemeinsamen Projekten profitierten auch die rund 120 ostbayerischen Investoren, die in Westböhmen mit Standorten vertreten sind.

Die Pilsener Uni sei nicht zuletzt deswegen interessant, weil sie jährlich rund 1.500 Ingenieure hervorbringe. „Das hat viele bayerische Unternehmen hierher gelockt“, erklärte Brunner dem bayerischen Politiker. Dabei sei auch in Tschechien der Fachkräftemangel deutlich zu spüren, wie Christian Rühmkorf von der AHK Tschechien Sibler berichtete. AHK und IHK werben für mehr betriebliche Bildung, da es die in Böhmen und Mähren noch nicht gibt. „Der Industriestandort Tschechien braucht ein gutes praxisorientiertes Ausbildungssystem“, forderte Brunner. Da es auch keine Meisterqualifizierung in Tschechien gebe, bietet die IHK ab Herbst für Unternehmen die Qualifikation zum „Industrial Professional“ an. Die einjährige berufsbegleitende Weiterbildung mit IHK-Zertifikat richtet sich an tschechische Mitarbeiter in der Region Pilsen. Sie ist an den deutschen Industriemeister angelehnt und soll deutschen Investoren sowie tschechischen Unternehmen bei ihrer Fachkräftequalifizierung helfen.

Zum Foto: Wollen mehr Praxis in Tschechiens Bildung bringen (v.l.): Jan Lontschar vom grenzüberschreitenden Verein Tandem Pilsen, Richard Brunner von der IHK Regensburg, Bayerns Staatssekretär Bernd Sibler, Christian Rühmkorf von der AHK Tschechien sowie Manuel Lischka, IHK Regensburg. (Foto: Burdack)

(Dies ist eine Meldung der IHK Regensburg und Kelheim, die die Stadt Abensberg gerne auf ihrer Homepage anbietet.)



Veröffentlicht von Ingo Knott, 14.09.2015
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