"Schau an, die Abensberger sind wieder da"


"Schau an, die Abensberger sind wieder da"

Kultur-Staatssekretär Bernd Sibler kennt Abensbergs Mittelschule recht gut - dennoch staunte er nicht schlecht, als er am Dienstag einen Trupp im Landtagsgebäude antraf. Abensbergs Roxy-Kino hatte bei der Schulkinowoche bayernweit mit die höchsten Zuschauerzahlen und durfte deshalb eine Schulklasse zur Kinovorführung nach München einladen.

Mit 3.600 Zuschauern ist das Abensberger Roxy-Kino von Gerda und Jakob Kroiß bayernweit unter den fünf bestbesuchten Lichtspielhäusern im Rahmen der Schulkinowoche. Und diese fünf Kinos durften jeweils eine Schulklasse auswählen, die im Landtag eine Veranstaltung zum Hitler-Attentäter Georg Elser besucht. Im Zentrum dabei der neue Kinofilm "Elser - Er hätte die Welt verändert" des deutschen Erfolgsregisseurs Oliver Hirschbiegel. "Ich musste nicht lange überlegen", so Gerda Kroiß im Pressegespräch danach. "Die Mittelschule liegt mir ohnehin am Herzen", so Frau Kroiß. Auch, weil "das eine sehr aktive Schule ist", habe sie zum Hörer gegriffen und bei Schulleiter Wolfgang Brey nachgefragt. Der sagte sofort zu, die Klasse M9 mit Lehrer Siegmund Reithmair wurde ausgewählt - und diese bereitete sich entsprechend vor.

In fünf Gruppen wurde einzeln diesen Fragen nachgegangen: Was war Georg Elser für ein Mensch? Wie wurde die Bombe gebaut? Wie waren die Umstände der Verhaftung? Wie verliefen Verhöre, Folter und schließlich die Zeit im KZ? Die fünfte Gruppe beschäftigte sich mit der Frage, ob Elser ein Attentäter war - oder ein Widerstandskämpfer. Da die Klasse mit Whiteboard und Tablets arbeitet, wurden auch Power Point-Präsentationen vorbereitet.

Mit den Schülerinnen und Schülern der Klasse M9 und Lehrer Reithmair reisten am Dienstag (5. Mai 2015) Gerda und Jakob Kroiß, Schulleiter Brey und Abensbergs 2. Bürgermeister Dr. Bernhard Resch mit. Auf den Fluren des Landtagsgebäudes kam es zur Begegnung mit Bernd Sibler; der Staatssekretär im Kultusministerium kennt die Aventinus Mittelschule recht gut. Wolfgang Brey freut das, natürlich - und die Tatsache, dass seine Schüler die einzigen Mittelschüler waren und sich vor den vier Gymnasialklassen in Sachen Vorbereitung und Wissen nicht verstecken musste (Brey: "Ganz im Gegenteil"), das lobte im Rahmen des Besuchs auch 2. BM Resch.

Überhaupt scheint sich der "Lernort Kino" - so die Überschrift der "Elser"-Filmvorführung im Senatssaal - bei entsprechender Vorarbeit bestens zu eignen, wie Frau Kroiß und die Herren Brey und Reithmair feststellen konnten: "Es war mucksmäuschenstill bei der Filmvorführung", schildert Wolfgang Brey. Gerade in den anschließenden Gesprächen unter den Schülern und auch mit den Lehrern stellten die Pädagogen und die Kinobetreiberin fest: "Die Kinder haben durch die Vorarbeiten im Unterricht, durch den packenden Film und die Aufarbeitung danach mehr Wissen angesammelt als in regulären Geschichtsstunden." Auch sei im Gespräch mit den beiden Drehbuchautoren noch einiges Interessante ans Licht gekommen. So habe die Zeit bis zur Fertigstellung des Drehbuchs acht Jahre gedauert.

Bemerkenswert seien die Reaktionen auf die Aussagen eines Mädchens gewesen, das sich die Frage stellte, weshalb man so genau in die Vergangenheit blicken müsse, es gehe doch um die Zukunft. Reithmair: "Am nächsten Tag sagte eine Mitschülerin, dass wir das schon wissen müssten, damit so etwas nicht wieder geschieht." Da war er schon sehr, sehr stolz, gemeinsam mit seinem Schulleiter. Und Gerda Kroiß hatte die Bestätigung, dass sie die richtige Klasse dabei hatte. Den Schülerinnen und Schülern sprach das Trio abschließend ein großes Lob aus. 

Im Foto (Stefan Hanke, Sinzing) die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9M der Aventinus Mittelschule Abensberg bei "Lernort Kino" im bayerischen Landtag. Mit im Bild 2. BM Bernhard Resch, Gerda und Jakob Kroiß, Wolfgang Brey und Siegmund Reithmair.



Veröffentlicht von Ingo Knott, 07.05.2015
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